Rückblick

Projektreise Ruanda-Burundi [...] | Titelbild

Projektreise nach Ruanda und Burundi – Der Sport hilft in Afrika

eigene Mitteilungen der Sportakademie, 20. Juli 2018

Projektreise nach Ruanda und Burundi – Der Sport hilft in Afrika

Die 20. Fairplay-Tour der Großregion fand vom 15. Juni bis 23. Juni 2018 statt. Im Rahmen dieser Radtour strampelten 320 Jugendliche und ihre Betreuer auf einer ca. 900 Kilometer langen Strecke durch Rheinland-Pfalz, das Saarland, Nordrhein-Westfalen, Luxemburg, Belgien und Frankreich. Dabei wurden erneut viele Spendengelder für Schulprojekte in Ruanda und erstmals auch für ein Projekt in Burundi erradelt.

20 Teilnehmer und Betreuer der bisherigen Fairplay-Touren begeben sich Ende Juli auf eine Projektreise nach Ruanda und Burundi. Drei in den letzten Jahren fertiggestellte Grundschulen in Ruanda, nämlich die in den Orten Gashike, Mwendo und Kadehero werden besucht.

Die Organisation und Durchführung dieser Fairplay Tour Projektreise liegt wie bei der Fairplay Tour der Grußregion in Händen der Europäischen Akademie des rheinland-pfälzischen Sports. Die Delegationsleitung hat Helmut Loenenbach, Vorsitzender im Landessportbund-Ausschuss Internationales. Er wird maßgeblich unterstützt von den langjährigen Tourbegleitern Kaspar Portz und Karl Josef Roth sowie Niklas Breiling und Kilian Werdermann von der Europäischen Sportakademie.

Dabei können sich die Teilnehmer von den erfolgreichen Renovierungen bzw. Neubauten in den drei Schulen und dem funktionierenden Schulbetrieb überzeugen. Alljährlich haben die Radtouren ausreichend Gelder für neue Schulprojekte erbracht, die in Zusammenarbeit zwischen der dortigen Bevölkerung, dem Land Rheinland-Pfalz und der Welthungerhilfe umgesetzt wurden. Im Rahmen der Besichtigungen wird auch der Austausch mit den Schülern und den Lehrern bzw. der Bevölkerung gesucht. Daher stehen gemeinsame sportliche Aktivitäten, wie Laufen, Volleyball und Fußball ebenfalls auf dem Programm in Ruanda.

Als Gastgeschenke erhalten die besuchten Einrichtungen und Schulen „Pakete“ mit Sportmaterialien wie Bällen, Netzen, Ballpumpen und Trikots.

Zwei Tage der Projektreise dienen einem Besuch im Nachbarland Burundi, einem der ärmsten Länder der Welt. Hier wird mit einem Teil der diesjährigen Spendengelder ebenfalls eine Schule renoviert, eine neue Schulspeisung eingerichtet, Sanitäranlagen gebaut  und eine Bauernkooperative zum Anbau gesunder Nahrungsmittel für die Schule unterstützt.

Burundi liegt in der konfliktreichen Region der Großen Seen im Osten von Afrika. Seit seiner Unabhängigkeit 1962 wurde die Entwicklung des Landes immer wieder durch Bürgerkriege zurückgeworfen.

Rund ein Drittel der etwa 11 Millionen Einwohner leidet an Mangelernährung. Die meisten Familien leben von der Landwirtschaft, doch landwirtschaftliche Flächen sind knapp. Auch fehlt es den Bauern zumeist an Mitteln und Wissen, um ihre kargen Erträge zu steigern. Unter dieser Situation leiden besonders die Kinder. Unter- und Mangelernährung verursachen Wachstumsstörungen und haben sogar direkte Auswirkungen auf die Einschulungsrate.

Deshalb versorgt die Welthungerhilfe in der Provinz Kirundo im äußersten Norden Burundis 110 Schulen und rund 100.000 Grundschülern mit einer täglichen warmen Mahlzeit. Hier haben sich viele Familien, die einst vor den Unruhen fliehen mussten, wieder angesiedelt.

Um die Schulen mit lokal angebauten Nahrungsmitteln zu versorgen, unterstützt die Welthungerhilfe gezielt Kleinbauern und -bäuerinnen bei der Produktion mit Saatgut aber auch mit Beratungsstellen vor Ort. Das Welternährungsprogramm kauft ihnen ihre Erzeugnisse ab und verteilt diese wieder regional an den Schulen. Auch die Muyange-Grundschule soll von dem Programm profitieren.

Neben der Einführung der Schulspeisung sollen neue Klassenräume gebaut werden.

Die Muyange-Grundschule besteht momentan aus fünf Klassenräumen, die die Eltern der Schüler 2003 selbst gebaut haben. Sie sind allerdings mittlerweile in einem extrem schlechten Zustand.

Die 574 Schülerinnen und Schüler sitzen bisher während des Unterrichts teilweise auf dem Boden. Das Dach ist undicht, die Lehmböden bei Regen aufgeweicht und die noch vorhandenen Holzbänke stehen dann inmitten von Schlamm; Toiletten und Wasser sind Mangelware.

Damit sich die Situation für die Kinder verbessert wird die Welthungerhilfe jetzt mit den Geldern aus den Lebensläufen, die im Zusammenhang mit der Fairplay-Tour stattfanden in Muyange investieren.

Sechs neue Klassenräume und sechs Toiletten sollen gebaut sowie zwei Wassertanks à 10.000 Liter zur Verfügung gestellt werden. Eine Schulkantine soll so eingerichtet werden, dass alle Schülerinnen und Schüler täglich eine warme Mahlzeit zu Mittag bekommen. Zusätzlich werden Gesundheitsschulungen zu Ernährung und Hygiene angeboten. Die Mädchen nehmen am Binden-Programm teil. Dadurch sollen die Fehlzeiten (neun Wochen im Schuljahr) während der Menstruation gestoppt werden und die Bildungsmöglichkeiten der Schülerinnen verbessert werden.

Ein weiteres Augenmerk der Projektreise liegt auf der beruflichen Ausbildung von Jugendlichen in Ruanda, hier speziell in der Don Bosco Technical School in Kigali. Diese Schule besteht seit vielen Jahren, wird von den Salesianern betrieben und unter anderem von der Trierer Initiative „Handwerk hilft“ unterstützt.

Damit neben der reinen Projektarbeit und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Genozid vor ca. 20 Jahren auch weitere Eindrücke von Land und Leuten gewonnen werden können, gibt es zusätzlich eine Stadterkundung in Kigali und einen Besuch im Akagera Nationalpark. Weitere Informationen: www.sportakademie.de

 
 

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Projektreise Ruanda-Burundi [...] | Titelbild

Projektreise nach Ruanda und Burundi – Der Sport hilft in Afrika

eigene Mitteilungen der Sportakademie, 20. Juli 2018

Projektreise nach Ruanda und Burundi – Der Sport hilft in Afrika

Die 20. Fairplay-Tour der Großregion fand vom 15. Juni bis 23. Juni 2018 statt. Im Rahmen dieser Radtour strampelten 320 Jugendliche und ihre Betreuer auf einer ca. 900 Kilometer langen Strecke durch Rheinland-Pfalz, das Saarland, Nordrhein-Westfalen, Luxemburg, Belgien und Frankreich. Dabei wurden erneut viele Spendengelder für Schulprojekte in Ruanda und erstmals auch für ein Projekt in Burundi erradelt.

20 Teilnehmer und Betreuer der bisherigen Fairplay-Touren begeben sich Ende Juli auf eine Projektreise nach Ruanda und Burundi. Drei in den letzten Jahren fertiggestellte Grundschulen in Ruanda, nämlich die in den Orten Gashike, Mwendo und Kadehero werden besucht.

Die Organisation und Durchführung dieser Fairplay Tour Projektreise liegt wie bei der Fairplay Tour der Grußregion in Händen der Europäischen Akademie des rheinland-pfälzischen Sports. Die Delegationsleitung hat Helmut Loenenbach, Vorsitzender im Landessportbund-Ausschuss Internationales. Er wird maßgeblich unterstützt von den langjährigen Tourbegleitern Kaspar Portz und Karl Josef Roth sowie Niklas Breiling und Kilian Werdermann von der Europäischen Sportakademie.

Dabei können sich die Teilnehmer von den erfolgreichen Renovierungen bzw. Neubauten in den drei Schulen und dem funktionierenden Schulbetrieb überzeugen. Alljährlich haben die Radtouren ausreichend Gelder für neue Schulprojekte erbracht, die in Zusammenarbeit zwischen der dortigen Bevölkerung, dem Land Rheinland-Pfalz und der Welthungerhilfe umgesetzt wurden. Im Rahmen der Besichtigungen wird auch der Austausch mit den Schülern und den Lehrern bzw. der Bevölkerung gesucht. Daher stehen gemeinsame sportliche Aktivitäten, wie Laufen, Volleyball und Fußball ebenfalls auf dem Programm in Ruanda.

Als Gastgeschenke erhalten die besuchten Einrichtungen und Schulen „Pakete“ mit Sportmaterialien wie Bällen, Netzen, Ballpumpen und Trikots.

Zwei Tage der Projektreise dienen einem Besuch im Nachbarland Burundi, einem der ärmsten Länder der Welt. Hier wird mit einem Teil der diesjährigen Spendengelder ebenfalls eine Schule renoviert, eine neue Schulspeisung eingerichtet, Sanitäranlagen gebaut  und eine Bauernkooperative zum Anbau gesunder Nahrungsmittel für die Schule unterstützt.

Burundi liegt in der konfliktreichen Region der Großen Seen im Osten von Afrika. Seit seiner Unabhängigkeit 1962 wurde die Entwicklung des Landes immer wieder durch Bürgerkriege zurückgeworfen.

Rund ein Drittel der etwa 11 Millionen Einwohner leidet an Mangelernährung. Die meisten Familien leben von der Landwirtschaft, doch landwirtschaftliche Flächen sind knapp. Auch fehlt es den Bauern zumeist an Mitteln und Wissen, um ihre kargen Erträge zu steigern. Unter dieser Situation leiden besonders die Kinder. Unter- und Mangelernährung verursachen Wachstumsstörungen und haben sogar direkte Auswirkungen auf die Einschulungsrate.

Deshalb versorgt die Welthungerhilfe in der Provinz Kirundo im äußersten Norden Burundis 110 Schulen und rund 100.000 Grundschülern mit einer täglichen warmen Mahlzeit. Hier haben sich viele Familien, die einst vor den Unruhen fliehen mussten, wieder angesiedelt.

Um die Schulen mit lokal angebauten Nahrungsmitteln zu versorgen, unterstützt die Welthungerhilfe gezielt Kleinbauern und -bäuerinnen bei der Produktion mit Saatgut aber auch mit Beratungsstellen vor Ort. Das Welternährungsprogramm kauft ihnen ihre Erzeugnisse ab und verteilt diese wieder regional an den Schulen. Auch die Muyange-Grundschule soll von dem Programm profitieren.

Neben der Einführung der Schulspeisung sollen neue Klassenräume gebaut werden.

Die Muyange-Grundschule besteht momentan aus fünf Klassenräumen, die die Eltern der Schüler 2003 selbst gebaut haben. Sie sind allerdings mittlerweile in einem extrem schlechten Zustand.

Die 574 Schülerinnen und Schüler sitzen bisher während des Unterrichts teilweise auf dem Boden. Das Dach ist undicht, die Lehmböden bei Regen aufgeweicht und die noch vorhandenen Holzbänke stehen dann inmitten von Schlamm; Toiletten und Wasser sind Mangelware.

Damit sich die Situation für die Kinder verbessert wird die Welthungerhilfe jetzt mit den Geldern aus den Lebensläufen, die im Zusammenhang mit der Fairplay-Tour stattfanden in Muyange investieren.

Sechs neue Klassenräume und sechs Toiletten sollen gebaut sowie zwei Wassertanks à 10.000 Liter zur Verfügung gestellt werden. Eine Schulkantine soll so eingerichtet werden, dass alle Schülerinnen und Schüler täglich eine warme Mahlzeit zu Mittag bekommen. Zusätzlich werden Gesundheitsschulungen zu Ernährung und Hygiene angeboten. Die Mädchen nehmen am Binden-Programm teil. Dadurch sollen die Fehlzeiten (neun Wochen im Schuljahr) während der Menstruation gestoppt werden und die Bildungsmöglichkeiten der Schülerinnen verbessert werden.

Ein weiteres Augenmerk der Projektreise liegt auf der beruflichen Ausbildung von Jugendlichen in Ruanda, hier speziell in der Don Bosco Technical School in Kigali. Diese Schule besteht seit vielen Jahren, wird von den Salesianern betrieben und unter anderem von der Trierer Initiative „Handwerk hilft“ unterstützt.

Damit neben der reinen Projektarbeit und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Genozid vor ca. 20 Jahren auch weitere Eindrücke von Land und Leuten gewonnen werden können, gibt es zusätzlich eine Stadterkundung in Kigali und einen Besuch im Akagera Nationalpark. Weitere Informationen: www.sportakademie.de